Piz Ajüz (2788m)22.06.2026
Verhältnisse vom 23.06.2026
Piz Mezdi (2727m): Von Scuol Fontana zum Piz Mezdi
Heute bekam ich oberhalb von Scuol Tarasp ein Wellnesstag per exzellent geschenkt. Genauer gesagt wurde ich mit einem groben Peeling in der Sauna mit regelmässigen Akupunktur-Nadelstichen in den Unterschenkel beschenkt.
Doch alles der Reihe nach....
Von Scuol Fontana machte ich mich um 08:45 auf den Weg in das Val Zuort und plauderte kurz davor im Dorf mit einem Gemeindegärtner, der zur Abkühlung stets sein T-Shirt in den Brunnen taucht und es wieder anzieht. Das kopiere ich gerne...
Bei der Brücke bei P1720 drehte ich nach NW auf einem Forstweg nach P1738. Ich konnte hier kein direkter Pfad, der direkt nach Plan da Frusch bei P1918 ausmachen, so, dass ich einfach den in der Karte noch eingezeichneter Sackgassenforstweg, der stark eingewachsen war, in SW-Richtung zur "Sur Plan da Funtanas" weiterlief. Ich erhoffte mir anschliessend dort einen weiteren Pfadverlauf anzutreffen, denn warum sollte hier ein Weg so abrupt enden?
Wege können jedoch einfach so im Nichts enden! Somit galt es im hohen Gras des steilen Waldes weglos bis P1918 hoch zu kämpfen. Da komme ich etwas durchnässt auf dem Kamm an (nasses Gras vom Regen des Vorabends) und ignoriere schlicht die Tatsache, dass von N her tatsächlich ein guter Pfad hochkam; wohl von P1738. Mittlerweile heizte mich die Hitze meine Wenigkeit an Gehirnmasse stark ein.
So viel zum Sauna-Gang...
Nach einem tiefen Schnauf wandere ich nun bequem auf diesen Pfad weiter nach S. Doch wer sticht mir dauernd in den Unterschenkel? Heute trieben mich, nicht wie gestern die paar Bremsen an, sondern ich wurde regelrecht von unzähligen Bataillonen von Ameisen angegriffen. Stehen bleiben oder langsames Laufen war somit wieder nicht drin…
So viel zur Akupunktur-Kur...
So schaltete ich einen Gang höher, was durchaus aus der Reserve noch zu holen war, wäre dann anschliessend der Pfad nicht in den Legföhren verloren gegangen... Oder habe ich ihn doch vor lauter Tempo das Denken ausgeschaltet und ihn verloren?
Ich fühlte mich zurück in die gleiche Situation wie letztes Jahr versetzt. Genau auf der anderen Talseite vom Val Zuort, wo ich die Tour zum Piz Lavetscha deswegen habe abbrechen müssen. Nun fing ich wieder an zu robben, Äste von Hand zu schieben, der Rucksack blieb hängen und ich habe aufgehört zu zählen, wie oft meine Sonnenkappe an den Ästen hängen blieb…
Nichts gegen Schweine, aber ich fühlte mich wie ein armes Schwein, das sogar auf allen Vieren kroch, nur um P2327 zu erreichen.
So viel zur Peeling-Kur...
Gedanken kam hoch, ob das überhaupt noch Spass macht? Bergsteigen ist meine Leidenschaft, doch wie viel Leid schaffe ich dafür aufzukommen?
Das arme Schwein kehrte etwas genervt zurück nur um zu sehen, dass der Pfad gleich nebenan lag! Nun ignorierte ich die Akupunktur zugunsten der Wegfindung. Ich folgte den Pfad wie ein Kameramann von Google (bitte bei Interesse bei mir melden!). Meine Umgebung wurde stets zu 360° Grad beobachtet und jede Weggabelung wurde mit der Lupe analysiert. Dort, wo es 3-4 Tierspuren gab, klapperte ich zuerst alle ab und wählte erst dann den für mich geeignetsten... Der einzige kleine Tick war zu schauen, wo die Äste zersägt wurden, was leider nicht durchgehend gemacht wurde.
Kurz vor P2327, wo ich schon wieder vom Weg abkam, rettet mich eine kleine Lichtung vor diesen gemeinen Legföhren (T4-). Als ich P2327 fühlte ich mich dann wie ein Superstar dies überstanden zu haben, denn ab da waren diese Büsche endlich Geschichte. Ich bekam endlich wieder freie Sicht zum Gipfel. Nach der flachen Wiese musste ich bis zu den Felsen, wo der erste Aufschwung liegt, mit etwas rutschigen Kies kämpfen. Dieser erste Aufschwung umging ich gleich um die linke Ecke, resp. in die E-Flanke einfach über Schrofen im Gehgelände (T3+).
Ohne besondere Schwierigkeiten erreichte ich dann anschliessend den zweiten Aufschwung, der mir von weitem etwas Kopfzerbrechen machte. Doch von nahe sah ich einen Gämswechsel, der nach rechts, resp. in die W-Flanke direkt unter den schönen Felsen hindurch zog. Anschliessend nehme ich die nächste Ausfahrt nach links, resp. nach E und stieg die nächste Rinne mit Kies auf den Felsen hoch. Oben entdeckte ich einen Steinmann und weiter nach E einen engen Spalt in der Felswand. Ich kletterte in diesen Spalt hoch und landetet oben links, resp. N auf einem Adlerhorst. Der Gipfel liegt jedoch auf der anderen Spaltenseite. Somit machte ich hier in Zeitlupentempo einen grossen, sicheren, gut durchdachten und ausgesetzten Schritt nach S und stieg die schrägen Platten unschwierig hoch zum Piz Mezdi (T5, I+) mit Stock und ohne Gipfelbuch.
Oben gönnte ich mir eine lange fast 1-stündige Pause.
Beim Aufstieg habe ich gedacht als Abstiegsvariante von P2327 direkt durch eine Rinne nach NW abzusteigen. Doch da diese Rinne nicht durchgehend einsehbar war, habe ich sicherheitshalber dazu entschlossen noch etwas weiter auf dem S-Grat zu ziehen und an einer geeigneten Stelle nach W in das Grava d’Lasch abzusteigen. Mir war jedoch bewusst, dass es dafür keine Literatur, resp. Empfehlung gab. Kurz vor dem ersten Aufschwung auf dem S-Grat dachte ich, dass ich es wagen könnte nun in die W-Flanke abzusteigen. Dies ist jedoch keine Empfehlung! Bei solchen Versuchen muss man sich stets bewusst sein, dass man allenfalls alles wieder zurück laufen muss um aus der Patsche zu kommen.
Nun, ich hatte es als einfacher erhofft gehabt. Stets wurde das Gelände durch unüberwindbare Schluchten durchtrennt. An zwei Stellen musste ich eine III-er Passage zähneknirschend hinabklettern. An einer Stelle fand ich keine Griffe mehr und musste um die 2 Meter in eine Kiesrinne springen. Mit vielem Zickzack kam ich glücklich in das Grava d’Laisch an. Ein Genuss war dieser Abstieg jedenfalls nicht. Falls jemand den Piz Mezdi von W aufsteigen möchte, ist dies aus meiner Sicht so möglich: Man folge meine Abstiegsroute als Aufstieg durch das Grava d’Laisch bis ca. P2450, dort, wo meine Route nach S einen Knick macht. Hier traversiert man eine einfache Rinne nach N und steigt anschliessend weiter nach NE zur einzigen Wiesedurchsetzte Fläche in der Felswand, die ziemlich direkt bis zum Piz Mezdi führt! Diese Route hätte ich heute auch als Abstieg wählen sollen… Hätte ich da von oben Einsicht gehabt.
Im Grava d’Lasch genoss ich bei 2’300Hm viel Kies-, Geröll- und heute sogar zusätzlich noch Schneesurfing. Im Schnee habe ich versucht ein paar Kurven zu machen, was jedoch schrecklich aussah. Hermon kann mir hierzu sicher noch Nachhilfe geben? Der weitere Abstieg zur Val Plavna war mal besser mal schlechter, doch verglichen mit den Legföhren würde ich meinen, war es sensationell!
Unten erreichte ich den Wanderweg, der mich durch das Reich der Zwerge führte (Zwergenweg), bis in Scuol Fontana wieder normale Menschen zu sehen waren…
1 Std. P1720
2.30 Std. P2327
3.45 Std. Piz Mezdi
6.30 Std. Scuol Fontana
Doch alles der Reihe nach....
Von Scuol Fontana machte ich mich um 08:45 auf den Weg in das Val Zuort und plauderte kurz davor im Dorf mit einem Gemeindegärtner, der zur Abkühlung stets sein T-Shirt in den Brunnen taucht und es wieder anzieht. Das kopiere ich gerne...
Bei der Brücke bei P1720 drehte ich nach NW auf einem Forstweg nach P1738. Ich konnte hier kein direkter Pfad, der direkt nach Plan da Frusch bei P1918 ausmachen, so, dass ich einfach den in der Karte noch eingezeichneter Sackgassenforstweg, der stark eingewachsen war, in SW-Richtung zur "Sur Plan da Funtanas" weiterlief. Ich erhoffte mir anschliessend dort einen weiteren Pfadverlauf anzutreffen, denn warum sollte hier ein Weg so abrupt enden?
Wege können jedoch einfach so im Nichts enden! Somit galt es im hohen Gras des steilen Waldes weglos bis P1918 hoch zu kämpfen. Da komme ich etwas durchnässt auf dem Kamm an (nasses Gras vom Regen des Vorabends) und ignoriere schlicht die Tatsache, dass von N her tatsächlich ein guter Pfad hochkam; wohl von P1738. Mittlerweile heizte mich die Hitze meine Wenigkeit an Gehirnmasse stark ein.
So viel zum Sauna-Gang...
Nach einem tiefen Schnauf wandere ich nun bequem auf diesen Pfad weiter nach S. Doch wer sticht mir dauernd in den Unterschenkel? Heute trieben mich, nicht wie gestern die paar Bremsen an, sondern ich wurde regelrecht von unzähligen Bataillonen von Ameisen angegriffen. Stehen bleiben oder langsames Laufen war somit wieder nicht drin…
So viel zur Akupunktur-Kur...
So schaltete ich einen Gang höher, was durchaus aus der Reserve noch zu holen war, wäre dann anschliessend der Pfad nicht in den Legföhren verloren gegangen... Oder habe ich ihn doch vor lauter Tempo das Denken ausgeschaltet und ihn verloren?
Ich fühlte mich zurück in die gleiche Situation wie letztes Jahr versetzt. Genau auf der anderen Talseite vom Val Zuort, wo ich die Tour zum Piz Lavetscha deswegen habe abbrechen müssen. Nun fing ich wieder an zu robben, Äste von Hand zu schieben, der Rucksack blieb hängen und ich habe aufgehört zu zählen, wie oft meine Sonnenkappe an den Ästen hängen blieb…
Nichts gegen Schweine, aber ich fühlte mich wie ein armes Schwein, das sogar auf allen Vieren kroch, nur um P2327 zu erreichen.
So viel zur Peeling-Kur...
Gedanken kam hoch, ob das überhaupt noch Spass macht? Bergsteigen ist meine Leidenschaft, doch wie viel Leid schaffe ich dafür aufzukommen?
Das arme Schwein kehrte etwas genervt zurück nur um zu sehen, dass der Pfad gleich nebenan lag! Nun ignorierte ich die Akupunktur zugunsten der Wegfindung. Ich folgte den Pfad wie ein Kameramann von Google (bitte bei Interesse bei mir melden!). Meine Umgebung wurde stets zu 360° Grad beobachtet und jede Weggabelung wurde mit der Lupe analysiert. Dort, wo es 3-4 Tierspuren gab, klapperte ich zuerst alle ab und wählte erst dann den für mich geeignetsten... Der einzige kleine Tick war zu schauen, wo die Äste zersägt wurden, was leider nicht durchgehend gemacht wurde.
Kurz vor P2327, wo ich schon wieder vom Weg abkam, rettet mich eine kleine Lichtung vor diesen gemeinen Legföhren (T4-). Als ich P2327 fühlte ich mich dann wie ein Superstar dies überstanden zu haben, denn ab da waren diese Büsche endlich Geschichte. Ich bekam endlich wieder freie Sicht zum Gipfel. Nach der flachen Wiese musste ich bis zu den Felsen, wo der erste Aufschwung liegt, mit etwas rutschigen Kies kämpfen. Dieser erste Aufschwung umging ich gleich um die linke Ecke, resp. in die E-Flanke einfach über Schrofen im Gehgelände (T3+).
Ohne besondere Schwierigkeiten erreichte ich dann anschliessend den zweiten Aufschwung, der mir von weitem etwas Kopfzerbrechen machte. Doch von nahe sah ich einen Gämswechsel, der nach rechts, resp. in die W-Flanke direkt unter den schönen Felsen hindurch zog. Anschliessend nehme ich die nächste Ausfahrt nach links, resp. nach E und stieg die nächste Rinne mit Kies auf den Felsen hoch. Oben entdeckte ich einen Steinmann und weiter nach E einen engen Spalt in der Felswand. Ich kletterte in diesen Spalt hoch und landetet oben links, resp. N auf einem Adlerhorst. Der Gipfel liegt jedoch auf der anderen Spaltenseite. Somit machte ich hier in Zeitlupentempo einen grossen, sicheren, gut durchdachten und ausgesetzten Schritt nach S und stieg die schrägen Platten unschwierig hoch zum Piz Mezdi (T5, I+) mit Stock und ohne Gipfelbuch.
Oben gönnte ich mir eine lange fast 1-stündige Pause.
Beim Aufstieg habe ich gedacht als Abstiegsvariante von P2327 direkt durch eine Rinne nach NW abzusteigen. Doch da diese Rinne nicht durchgehend einsehbar war, habe ich sicherheitshalber dazu entschlossen noch etwas weiter auf dem S-Grat zu ziehen und an einer geeigneten Stelle nach W in das Grava d’Lasch abzusteigen. Mir war jedoch bewusst, dass es dafür keine Literatur, resp. Empfehlung gab. Kurz vor dem ersten Aufschwung auf dem S-Grat dachte ich, dass ich es wagen könnte nun in die W-Flanke abzusteigen. Dies ist jedoch keine Empfehlung! Bei solchen Versuchen muss man sich stets bewusst sein, dass man allenfalls alles wieder zurück laufen muss um aus der Patsche zu kommen.
Nun, ich hatte es als einfacher erhofft gehabt. Stets wurde das Gelände durch unüberwindbare Schluchten durchtrennt. An zwei Stellen musste ich eine III-er Passage zähneknirschend hinabklettern. An einer Stelle fand ich keine Griffe mehr und musste um die 2 Meter in eine Kiesrinne springen. Mit vielem Zickzack kam ich glücklich in das Grava d’Laisch an. Ein Genuss war dieser Abstieg jedenfalls nicht. Falls jemand den Piz Mezdi von W aufsteigen möchte, ist dies aus meiner Sicht so möglich: Man folge meine Abstiegsroute als Aufstieg durch das Grava d’Laisch bis ca. P2450, dort, wo meine Route nach S einen Knick macht. Hier traversiert man eine einfache Rinne nach N und steigt anschliessend weiter nach NE zur einzigen Wiesedurchsetzte Fläche in der Felswand, die ziemlich direkt bis zum Piz Mezdi führt! Diese Route hätte ich heute auch als Abstieg wählen sollen… Hätte ich da von oben Einsicht gehabt.
Im Grava d’Lasch genoss ich bei 2’300Hm viel Kies-, Geröll- und heute sogar zusätzlich noch Schneesurfing. Im Schnee habe ich versucht ein paar Kurven zu machen, was jedoch schrecklich aussah. Hermon kann mir hierzu sicher noch Nachhilfe geben? Der weitere Abstieg zur Val Plavna war mal besser mal schlechter, doch verglichen mit den Legföhren würde ich meinen, war es sensationell!
Unten erreichte ich den Wanderweg, der mich durch das Reich der Zwerge führte (Zwergenweg), bis in Scuol Fontana wieder normale Menschen zu sehen waren…
1 Std. P1720
2.30 Std. P2327
3.45 Std. Piz Mezdi
6.30 Std. Scuol Fontana
Es gibt im Kanton Graubünden vier Berge, die Piz Mezdi heissen. Der eine P2992 liegt oberhalb von St. Moritz, siehe Eintrag vom 02.10.23. Ein weiterer P2927 liegt oberhalb von Susch, siehe Eintrag vom 25.06.23. Dann wäre dieser hier P2728. Mir würde noch der letzte P2883 bei S-charl fehlen, den ich bereits drei Mal ohne Gipfelglück versucht hatte; siehe mein letzter Eintrag vom 17.11.24. Laut SAC-Führer soll er ja von allen Seiten leicht erreichbar sein... ;o)
Vielleicht klappt es ja beim 4ten Mal?
Vielleicht klappt es ja beim 4ten Mal?
Letzte Änderung: 23.06.2026, 21:19Aufrufe: 113 mal angezeigt
Aktuelle Verhältnisse in der Umgebung
Piz Mezdi (2727m)
Von Scuol Fontana zum Piz Mezdi
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